Neuseeland Roadtrip in 3 Wochen: Unsere Route für Erstbesucher

Neuseeland Roadtrip – 3 Wochen Südinsel und Nordinsel

Neuseeland Roadtrip Route – Weite Landschaft der Südinsel mit Bergen und Straße

Neuseeland war schon lange auf unserer Liste. Drei Wochen mit dem Camper durch beide Inseln – das klang nach viel und war trotzdem kaum genug. In diesem Artikel teile ich unsere Route: was gut funktioniert hat, welche Stopps sich wirklich gelohnt haben und ein paar Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden.

Für Details zu den einzelnen Stationen checkt die verlinkten Blogartikel aus. Für eine interaktive Karte zum Scrollen und Entdecken, klickt hier.

Die Reiserichtung

Neuseeland Roadtrip Stopps & Highlights

Viele fliegen nach Auckland und fahren vom Norden in den Süden. Wir haben im Süden angefangen, weil die Camperpreise in die Richtung etwas günstiger waren und wir genug Zeit haben wollten, die wilde Natur und Einsamkeit im Süden zu genießen – bevor wir uns entscheiden, ein Fährticket zu kaufen und auf die Nordinsel überzusetzen.

Grob gesagt: Die Nordinsel ist deutlich besiedelter, geprägt durch Vulkane und schöne Strände. Die Südinsel besticht mit Seen, Bergen und Gletschern – und deutlich weniger Menschen, was das Gefühl von echter Wildnis verstärkt.

Die Südinsel – Abenteuer & Natur

Woche 1 und 2 haben wir auf der Südinsel verbracht. Die Stopps, die uns am besten gefallen haben, kommen jetzt.

Christchurch – Willkommen in Neuseeland (1 Nacht)

Christchurch ist ein guter Startpunkt für den Roadtrip – klein, überschaubar, mit einem schönen Stadtkern. Hier holt ihr euren Camper ab, deckt euch mit Snacks ein und könnt erstmal ankommen. Falls ihr Zeit habt: Ein Abstecher in die Riverside Market-Foodhall oder ein Spaziergang durch den Botanic Garden lohnt sich.

🚐 Tipp: Holt euch eine neuseeländische SIM-Karte (z. B. bei Vodafone) für mobiles Internet – ihr werdet es brauchen!

Lake Tekapo & Lake Pukaki – Türkisblaues Wasser (1 Nacht)

Lake Tekapo, Aussicht vom Observatory

Auf dem Weg Richtung Süden wartet direkt eines der schönsten Bilder der gesamten Reise: der Lake Tekapo mit seiner fast surreal türkisblauen Farbe. Besucht die kleine Church of the Good Shepherd und genießt den Ausblick. Nachts ist das hier ein Dark Sky Reserve, einer der besten Orte der Welt für Sternenbeobachtung, wenn es keine Wolken gibt. Und Wolken gibt es in Neuseeland leider häufig. Die Māori nannten das Land „Aotearoa“ – das Land der langen weißen Wolke – und nach ein paar Tagen hier versteht man, woher der Name kommt.

Nur eine Stunde weiter liegt der Lake Pukaki, ebenfalls türkisblau. Von hier habt ihr die beste Sicht auf den Mount Cook. Unseren detaillierte Reisebericht zur Lake Tekapo & Pukaki-Region gibt's hier.

🚐 Tipp: Übernachtet auf einem der Camping Spots am Lake Pukaki, der Blick am Morgen ist unbeschreiblich schön!

Mount Cook Nationalpark – Hooker Valley Track (1 Nacht)

Mount Cook vom Hooker Valley Track am Morgen

Ein kleiner Schlenker am Lake Pukaki entlang bringt euch zum Hooker Valley Track im Mount Cook Nationalpark. Eine wunderschöne und relativ leichte Wanderung (ca. 3 Std. Hin- & Rückweg). Die Fahrt hierher, die erst am Seeufer entlang führt und später in das Tal hinein, ist allein schon sehenswert.

Die Wanderung ist beliebt. Seid also früh am Morgen da, um noch einen Parkplatz zu bekommen, oder übernachtet direkt auf dem zugehörigen Campingplatz. Auch hier gilt: first come, first serve, keine Online-Reservierung möglich.

🚐 Tipp: Wenn ihr noch ein bisschen Zeit mitgebracht habt, dann lohnt es sich kurz vorm Parkplatz des Hooker Valley Track nach rechts abzubiegen. Der Abstecher zum Tasman Lake und dem Glacier Viewpoint bietet einen schönen Blick in die Ebene, der mich persönlich sehr fasziniert hat.

Queenstown – Abenteuer-Hauptstadt (1–2 Nächte)

Queenstown ist eine kleine Stadt, die sich auf Tourismus spezialisiert hat und das richtig gut. Sie ist Ausgangspunkt für Touren in den nahegelegenen Milford Sound, bietet aber auch ein vielfältiges Abenteuerprogramm: Bungee-Jumping, Skydiving, Jetboating. Wer es ruhiger mag, kann z.B. auch mit der Gondola auf den Bob’s Peak.

Wir können außerdem eine Herr-der-Ringe-Tour empfehlen, auf der ihr euch auf die Spuren von Peter Jacksons Filmcrew begebt, oder ihr macht eine Fahrt über die Skippers Road – laut Touristenguides eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Mehr Details zu unseren Reiseerfahrungen in Queenstown und unsere lokalen Essensempfehlungen findet ihr hier.

Milford Sound – Das Fjord-Wunder (1 Nacht)

Milford Sound mit einem der vielen Touristen-Boote

Der Milford Sound ist einer der beeindruckendsten Orte auf der Südinsel. Steile Berge, riesige Wasserfälle, oft eine mystische Nebeldecke. Eine Bootstour lohnt sich, um die ganze Dimension zu erleben.

Die Chancen auf gutes Wetter sind eher gering. Bei regnerischem Wetter habt ihr dafür den Vorteil, die Wasserfälle in voller Aktion zu sehen. Da wir schlechtes Wetter hatten, haben wir hier keine direkte Empfehlung für Wanderungen.

AWenn ihr campt, sid vorgewarnt, dass es nur einen Campingplatz im Fjord gibt. Wo wir als spontan Campende übernachtet haben, lest ihr hier in unserem detaillierten Reisebericht.

🚐 Tipp: Die Straße zum Milford Sound ist eine der schönsten Neuseelands, plant genügend Zeit für Fotostopps ein!

Glenorchy – Für Naturliebhaber (1 Tag)

Wunderbare Bergpanoramen in Glenorchy

Nur eine Stunde von Queenstown entfernt liegt Glenorchy. Die Straße dorthin ist einer der schönsten Scenic Drives der Südinsel: entlang des blauen Lake Wakatipu in dem sich schneebedeckte Berge im Wasser spiegelnd.

In Glenorchy selbst erwarten euch Landschaften, die als Drehorte für Herr der Ringe dienten und jede Menge Wanderwege. Der Glenorchy Lagoon Walkway zum Beispiel ist ein leichter Wanderweg über Holzstege mit schöner Bergkulisse. Outdoor-Fans können auch einen Abstecher nach Paradise machen – ja, der Ort heißt wirklich so – wo einige der besten Wanderungen der Region starten, darunter der Routeburn Track.

🚐 Tipp: Wer einen ruhigen Campingplatz inmitten der Natur sucht, ist in Glenorchy gut aufgehoben.

Wanaka – Steile Wanderungen & entspannte Vibes (1 Nacht)

Aussicht vom Roy's Peak

Wanaka ist kleiner und ruhiger als Queenstown, aber trotzdem schön. Hier wartet der berühmte „That Wanaka Tree“, wenn man es runterbricht: ein Baum im See. Für die besondere Lichtstimmung lohnt es sich, den Wecker zu stellen und zum Sonnenaufgang dort zu sein. Das eigentliche Highlight war für mich die Wanderung auf den Roy’s Peak. Die ist zwar sehr anstrengend, aber die Aussicht am Ende ist spektakulär.

Für eine weniger schweißtreibende Alternative: es gibt Kajaktouren auf dem See oder man kann einfach das Flair in einem der Cafés genießen.

Franz-Josef-Gletscher – Eispanorama im Regenwald (1–2 Nächte)

Franz Josef Gletscher aus dem Helikopter

Die Fahrt an die Westküste ist ganz anders als an der Ostküste und durchs Landesinnere: dichte Regenwälder, wilde Küsten, plötzliche Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel.

Der Franz-Josef-Gletscher ist einer der wenigen Gletscher weltweit, die (noch) bis in einen Regenwald hinabreichen und daher eine sehr faszinierende Kulisse. Wer möchte, kann eine geführte Gletscherwanderung oder einen Helikopterflug machen. Alternativ gibt es schöne Wanderwege, z. B. den Franz Josef Glacier Valley Walk, der nah an die Gletscherzunge führt.

Wer mehr Gletscher-Feeling möchte, kann einen Abstecher zum Fox-Gletscher machen oder zum Lake Matheson, wo sich an klaren Tagen das Spiegelbild des Mount Cook im Wasser zeigt.

🚐 Tipp: Abends lohnen sich die Glacier Hot Pools nach einem langen Wandertag.

Abel-Tasman-Nationalpark – Goldene Strände (1–2 Nächte)

Nach den Gletschern wird’s grüner. Der Abel-Tasman-Nationalpark ist bekannt für goldene Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und dichten Urwald. Gut zu erkunden mit dem Kajak oder zu Fuß. Wer paddelt, kann Ausschau nach Seelöwen halten und einsame Strände erreichen. Der Abel Tasman Coast Track ist einer der bekanntesten Great Walks Neuseelands. Für eine entspanntere Variante gibt es Bootstouren.

🚐 Tipp: Übernachten direkt am Wasser, dann hat man den Sonnenaufgang am Strand inklusive.

Blenheim – Wein vor der Fähre (1 Nacht)

Bevor es mit der Fähre auf die Nordinsel geht, lohnt sich eine Übernachtung in Blenheim, dem Zentrum der neuseeländischen Weinregion Marlborough. Eine Fahrradtour durch die Weinberge oder eine Verkostung auf einem der Weingüter ist ein schöner Abschluss für die Südinsel. Besonders empfehlenswert: Huia, Whitehaven oder das Weingut Forrest mit angeschlossenem Foodcourt.

Am nächsten Morgen ist es nur noch eine kurze Fahrt nach Picton, wo die Fähre zur Nordinsel ablegt.

🚐 Tipp: Fährtickets frühzeitig buchen, vor allem in der Hochsaison!

Optionale Ziele

Wir haben die südöstliche Inselspitze in unserer Route ausgelassen. Unseren Recherchen nach ist es dort ebenfalls schön, aber die Landschaft ist nach unserem Eindruck eher dem ähnlich, was man aus Großbritannien kennt. Für eine 3-Wochen-Reise haben wir den Schlenker deshalb weggelassen. Der Vollständigkeit halber die (theoretisch recherchierten) Highlights für alle, die mehr Zeit haben:

The Catlins – Rau & wild

Die Catlins liegen an der südlichen Küste und sind bekannt für spektakuläre Wasserfälle (z. B. Purakaunui Falls) und wilde Strände. Mit Glück sind hier Seelöwen oder seltene Gelbaugen-Pinguine zu sehen.

Dunedin & die Moeraki Boulders

Dunedin hat eine interessante Mischung aus schottischer Geschichte und Street Art. Die Baldwin Street gilt als eine der steilsten der Welt. Einen Abstecher zu den Moeraki Boulders – perfekt runde Felsen am Strand – lohnt sich.

Woche 3: Die Nordinsel – Vulkane, Hobbits & Strände

Wellington – Die Hauptstadt (1 Nacht)

Mit der Fähre ging es rüber auf die Nordinsel. Die Fährfahrt bietet im frühen Morgenlicht auch wunderschöne Ausblicke. In Wellington angekommen, hat uns eine entspannte "Großstadt"-Atmosphäre erwartet mi netten Cafés und einer belebten Fußgängerzone. Wer mehr Zeit hat: Te Papa Museum, Seilbahn auf den Aussichtspunkt, oder die Cuba Street sollen toll sein.

Tongariro Nationalpark – Das Alpine Crossing (1 Nacht)

Blick auf die Schwefelseen vom Wanderweg des Tongariro Alpine Crossing

Hier liegt eine der bekanntesten Tageswanderungen der Welt vor euch: das Tongariro Alpine Crossing (19 km, ca. 6–8 Std.). Vorbei an smaragdgrünen Seen, Vulkanlandschaften und Filmkulissen aus Herr der Ringe.

⛰️ Tipp: Die Wanderung hat steile, unbefestigte Abschnitte, sowohl rauf als auch runter. Bei gutem Wetter genügend Sonnencreme und Wasser mitnehmen. Es gibt wirklich keinen Schatten!!!

Mount Taranaki – Neuseelands Vulkankegel (1 Nacht)

Blick auf de Mount Tatranaki bei Sonnenaufgang

In Richtung Westen liegt der Mount Taranaki, ein fast perfekter Vulkankegel, der an den Mount Fuji erinnert. Er wird oft übersehen, dabei bietet der Egmont National Park einige der schönsten Wanderungen auf der Nordinsel:

  • Pouakai Circuit (ca. 2 Tage, für erfahrene Wanderer): mit dem Pouakai Tarn, in dem sich der Vulkan spiegelt
  • Pouakai Tarns Walk (3–4 Std.): die kürzere Version mit demselben Spiegelbild
  • Dawson Falls & Wilkies Pools: kurzer Spaziergang zu Wasserfällen und natürlichen Pools

Die nahegelegene Stadt New Plymouth hat außerdem eine schöne Kunst- und Kulturszene sowie ruhige Strände.

🚐 Tipp: Der Surf Highway 45 entlang der Westküste ist eine schöne Strecke mit entspannten Küstenorten.

Three Sisters & Lake Taupo (1 Nacht)

Am Strand bei den Three Sisters

Auf dem Weg zum Lake Taupo lohnt sich ein Stopp bei den Three Sisters – die Wanderung zu den Felsen ist nur bei Ebbe möglich, aber sehenswert. Danach kann man gut weiterfahren zum Lake Taupo, einem riesigen Vulkankrater-See. Wir haben uns dort die Huka Falls angesehen, ein beeindruckender Wasserfall, bei dem türkisblaues Wasser mit enormer Kraft durch eine enge Schlucht schießt.

Rotorua – Heiße Quellen & Māori-Kultur (1 Nacht)

In Rotorua dampft und blubbert es überall. Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist laut Recherchen sehenswert, die Eintrittspreise waren uns aber etwas zu hoch. Eine gute kostenlose Alternative ist ein Spaziergang durch den öffentlichen Kuirau Park mit thermalen Quellen, inklusive kostenlosem Fußbad. Die Secret Spot Hot Tubs zum Entspannen können wir ebenfalls empfehlen.

🚐 Tipp: Abends lohnt sich der Redwood Treewalk. Aber Tickets vorher online sichern!

Hobbiton (1 Nacht)

Hobbiton Panorama von der "alten Schenke" aus

Die Hobbiton Movie Set Tour ist für Filmfans ein besonderer Moment. Danach lohnt sich laut Internet ein Abstecher zu den Waitomo Caves, wo Tausende Glühwürmchen die Höhlen in ein Lichtermeer verwandeln. Wir haben aus Zeitgründen drauf verzichtet, da wir Glühwürmchen schon mal woanders erleben durften.

Coromandel & Opoutere – Strände zum Abschluss (1–2 Nächte)

In Coromandel gibt es weiße Strände und türkisblaues Wasser. Den Cathedral Cove solltet ihr gesehen haben, und am Hot Water Beach kann man sich seine eigene heiße Quelle in den Sand graben.

Opoutere im Sonnenuntergang

Schöne Campingplätze direkt an der Küste gibt es auch in Opoutere. Und zwar ganz ohne Handyempfang, dafür mit einer sehr schönen Naturstimmung.

Auckland – Bye, Neuseeland! (1 Nacht)

Von Coromandel ging es dann (leider schon) zurück nach Auckland. Den letzten Tag haben wir für einen Spaziergang am Hafen genutzt und den letzten neuseeländischen Flat White in einem der vielen guten Cafés genossen.

Fazit

Diese Route hat für uns als Erstbesucherinnen gut funktioniert: von Gletschern und Bergen über wilde Küsten bis hin zu Vulkanen und Hobbit-Dörfern war einfach alles auf vergleichsweise kleiner Fläche dabei. Wer aus Europa kommt, dem wird manches bekannt vorkommen, denn die Alpenlandschaft der Südinsel erinnert tatsächlich an die europäischen Alpen. Was Neuseeland trotzdem besonders macht, ist die Dichte, wie viele verschiedene Landschaftstypen auf kleinem Raum so nah nebeneinander liegen.

Alle Stops sind auch auf dieser interaktiven Karte eingetragen, also klickt euch durch.

Inhalt

Stories und Prints, Side by Side

Einige der Fotografien aus diesem Beitrag sind als Fine-Art-Print erhältlich.