Queenstown: Neuseelands Abenteuerhauptstadt zwischen Bergen und Seen

Neuseeland Roadtrip – Queenstown: Aktivitäten, Ausblicke und praktische Tipps

Panorama über Queenstown Neuseeland mit Lake Wakatipu und schneebedeckten Bergen

Queenstown ist so ein Ort, der sich irgendwie direkt ins Herz schleicht. Eingekuschelt zwischen Bergen und See, mit dieser ganz besonderen Mischung aus Naturwunder, Action-Highlight und gemütlichem Kleinstadt-Flair. Und ja, auch ein bisschen Film-Magie. Warum Queenstown für mich ein echtes Highlight auf der Südinsel war, was man dort alles erleben kann und wieso ein Burgerladen hier fast schon Kultstatus hat, das alles erfahrt ihr hier.

Willkommen im Postkarten-Paradies

Queenstown liegt am wunderschönen Lake Wakatipu – einem langgezogenen, zackig geformten Gletschersee, der mit 80 Kilometern der längste der Südinsel ist. Von oben sieht er ein bisschen aus wie ein Blitz (Hallo, Harry Potter 😉). Umgeben ist das Ganze von den Remarkables, einer Bergkette, die nicht nur wegen ihres Namens ziemlich spektakulär ist.

Die Remarkables sind immer im Hintergrund

Sie ist allgegenwärtig in und um Queenstown: man sieht sie, wenn man morgens beim Aufstehen aus dem Camper schaut oder sie ragt beim Blick über den Parkplatz direkt hinterm Supermarkt auf. Wenn ihr – wie wir – große Herr-der-Ringe-Fans seid, dann habt ihr sie vielleicht auch schon das ein oder andere Mal auf dem Bildschirm zu Gesicht bekommen, denn Peter Jackson hat hier einiges an Filmmaterial produziert.

So sieht man die Remarkables beispielsweise sehr prominent im Hintergrund, während die Menschen in einer Kolonne aus Rohan nach Helms Klamm fliehen, kurz bevor sie von Warg-Reitern angegriffen werden. Okay, genug mich faszinierende Nerd-Facts. Lasst uns schauen, was ihr hier so alles erleben könnt.

Aktivitäten ohne Ende – Langeweile ausgeschlossen

Wenn es einen Ort gibt, an dem man wirklich alles machen kann, dann ist es wohl Queenstown. Wandern, Mountainbiken, Kajakfahren, Paragliden, Bungeejumping, Jetboot fahren… und ja, sogar Goldsuchen. Kein Scherz! Letzteres habe ich auch selbst probiert, leider allerdings nichts gefunden. Daher schreibe ich jetzt weiter Blogartikel 😇 Vielleicht habt ihr ja mehr Glück!

Wir haben uns bei unserem Aufenthalt für einen kleinen bunten Mix entschieden und der sah so aus:

Skippers Road: Sie gehört laut unserem Guide zu den gefährlichsten Straßen der Welt. Mehr Infos dazu gibt's im nächsten Abschnitt – aber wir können euch jetzt schon verraten: die Kulisse allein ist sehr beeindruckend!

Goldschürfen am Fluss

Herr der Ringe - Tour: Als Fan kommt man in Neuseeland ja eh aus dem Staunen nicht mehr raus. Aber diese Tour war nochmal ein extra Sahnhäubchen. Mit einem echten (=4WD mit Wasserfahrfunktion) Geländewagen ging's durch Flussbetts und entlang verlassener Feldwege zu Drehorten aus „Isengard“ und Co. Zwischendurch durften wir wie erwähnt Goldsuchen an dem Fluss, an dem Arwen die Ringgeister wegspült. Das enttäuschende Ergebnis haben wir euch oben schon gespoilert. 😄

Wanderung mit Aussicht: Egal ob am Seeufer entlang oder hoch zur Queenstown Hill, beim Spazierengehen und leichtem Wandern die Aussicht und die frische Luft genießen war hier einfach nur gut.

Ganz viele Infos zu allen Aktivitäten, die ihr sonst noch buchen könnt, findet ihr auch wunderbar kompakt zusammengefasst auf der offiziellen Queenstown-Webseite.

Skippers Road – schmal, steil, spektakulär

Oben zwar schon mal erwähnt, aber weil die Aussicht und das Erlebnis echt ziemlich cool und adrenalienhaltig war, gibt's hier noch einen extra Abschnitt. Die Skippers Road ist eine der verrücktesten Straßen, die ich je gesehen habe. Eng, ungesichert und in die steilen Felswände über dem Shotover River gehauen. Und das alles im 19. Jahrhundert! 😱

Ein paar Fun Facts:

  • Die Straße ist so gefährlich, dass viele Mietwagenfirmen ihre Nutzung offiziell verbieten. Das Schild dazu begrüßt einen, kurz bevor der Untergrund so richtig uneben und steinig wird. Es wird auch darauf hingewiesen, dass das Befahren mit Campern nicht gestattet ist. Wie Camper an der Stelle noch unfallfrei und gefahrlos wenden sollen, blieb mir allerdings ein Rätsel.
  • Sie wurde ursprünglich für Goldgräber gebaut, die in der Gegend ihr Glück versuchten.
  • An manchen Stellen geht's mehrere Hundert Meter senkrecht runter ohne Leitplanke. Und mindestens ein Autowrack liegt auch ungeborgen in der Tiefe.

Aber: Wenn man mit einem erfahrenen Guide unterwegs ist, fühlt es sich sicherer an als es aussieht. Und die Aussicht… also wirklich… sowas sieht man nicht alle Tage. Weite Täler, schroffe Felsen und glitzerndes Wasser. Ich fand es wirklich beeindruckend.

Aussicht von der Skippers Road

Kulinarisch: Ein Burgertraum bei Ferg's 🍔

Und nach all dem Adrenalin braucht man eins: Essen. Und zwar richtig gutes. Nachdem wir nach der Skippers Road im Herzen der Stadt abgesetzt wurden, standen wir direkt davor und konnten dann auch nicht widerstehen: Fergburger ist eine kleine Institution in Queenstown. Die Schlange davor ist meist lang, aber glaubt uns: es lohnt sich! Die Burger sind riesig, saftig und super kreativ belegt. Und wenn ihr antizyklisch mitten am Nachmittag Lust auf einen Burger habt, hält sich die Schlange sogar in Grenzen und ihr wartet nur ca. 10–15 Min.

Direkt daneben liegt die Fergbar. Sie ist etwas weniger bekannt, aber total charmant. Hier gibt's richtig gute Drinks, entspannte Musik und man kann sich gemütlich zurücklehnen und dem Queenstown-Trubel zuschauen. Außerdem trifft man hier auch europäische Work-and-Travel-Reisende hinter der Bar, die sich ihren Reisetraum erfüllen.

Queenstown als Sprungbrett

Wenn ihr genug Zeit habt (was man hier wirklich braucht), ist Queenstown auch ein perfekter Startpunkt für weitere landschaftlich sehr beeindruckende Ausflüge:

Milford Sound: Eine der bekanntesten Fjordlandschaften der Welt. Die Fahrt dorthin ist zwar lang, aber landschaftlich so abwechslungsreich, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Mehr dazu in unserem nächsten Blogartikel!

Glenorchy: Liegt nur etwa 45 Minuten von Queenstown entfernt und ist nochmal ein echtes Natur-Highlight. Die Straße dorthin schlängelt sich am See entlang und bietet Postkartenblick nach Postkartenblick. Glenorchy selbst ist klein, aber traumhaft gelegen. Ideal für kurze Wanderungen oder noch mehr Filmkulissen-Feeling.

Aussicht in Richtung Queenstown von den Ausläufern der Remarkables aus.

Praktische Tipps für eure Reiseplanung

Hier noch ein paar praktische Tipps, die bei der Reiseplanung nach Queenstown weiterhelfen können. Ein paar davon haben wir selbst leider erst vor Ort rausgefunden (Trial & Error, you know 😅):

Anreise & Transport vor Ort

Flughafen direkt bei Queenstown

Der kleine Flughafen liegt nur etwa 10 Minuten vom Zentrum entfernt und der Landeanflug ist ein echtes Erlebnis, haben wir uns sagen lassen. Als Pilot braucht man sogar eine spezielle Erlaubnis, um hier mit einem Passagierflugzeug zu landen, denn der Anflug ist ziemlich tricky zwischen den Bergen hindurch und direkt am Wasser entlang, und die Landebahn ist wohl ungewöhnlich kurz. Dementsprechend sieht man die Flugzeuge aber auch sehr nah über sich, wenn sie im An- oder Abflug sind.

Leihwagen oder Camper

Wer Neuseeland auf eigene Faust erkunden will (was wir absolut empfehlen können), ist mit einem Mietwagen oder Campervan gut dabei. Queenstown ist gut angebunden, aber viele Natur-Highlights drumherum erreicht man nur mit eigenem Fahrzeug, z. B. Glenorchy, Skippers Canyon oder die Route zum Milford Sound. Achtung: Wie oben erwähnt, darf man einige Straßen wie die Skippers Road mit Mietautos nicht fahren. Also vorher die Bedingungen prüfen und im Zweifel lieber eine geführte Tour buchen.

Unterkunft: Früh buchen lohnt sich!

Queenstown ist beliebt. Vor allem in der Hauptsaison (Dezember bis März und rund um den Winter für Skifahrer) sind viele Unterkünfte schnell ausgebucht und entsprechend teuer. Wer also eine nette, zentral gelegene Bleibe sucht, sollte früh schauen. Unser Tipp: Eine Unterkunft fußläufig zur Innenstadt spart Zeit und Nerven. Parkplätze sind hier nämlich rar und meistens kostenpflichtig.

Und unser Tipp: Wenn es euch allerdings nichts ausmacht, ein bisschen länger am See entlang zu spazieren oder die einheimischen Verkehrsmittel wie Boot und Bus auszuprobieren, dann können wir euch den Driftaway Campground sehr ans Herz legen. Er ist zwar ein bisschen teurer als herkömmliche Campingplätze, aber dafür auch super ausgestattet, sehr sauber und mit tollem Blick über den See.

Aktivitäten vorbuchen (ja, wirklich)

Viele der gefragten Touren – besonders alles rund um Herr der Ringe, Milford Sound, Jetboot oder Paragliding – sind schnell ausgebucht. Vor allem bei gutem Wetter wollen natürlich alle hoch hinaus oder aufs Wasser. Also: Wer etwas Bestimmtes erleben möchte, am besten vorab reservieren. Wer lieber spontan entscheidet, kann im i-SITE Visitor Centre vor Ort schauen. Da gibt's oft noch Restplätze oder tagesaktuelle Tipps.

Was ihr einpacken solltet

Gute Wanderschuhe sind hilfreich. Auch wenn ihr keine großen Touren geplant habt, läuft man hier einfach viel. Und es lohnt sich!

Auf jeden Fall ratsam: der Zwiebel-Look! Das Wetter kann sehr wechselhaft sein. Morgens frisch, mittags sonnig-warm, nachmittags Wind. Am besten immer alles dabei haben, die Regenjacke inklusive.

Und etwas, das für ganz Neuseeland gilt: Sonnencreme & Sonnenbrille. Die neuseeländische Sonne ist stärker als man denkt, selbst wenn's kühl und windig ist. Der Sonnenbrand am Abend ist ohne Sonnencreme vorprogrammiert.

Wenn ihr all das im Hinterkopf habt, seid ihr bestens vorbereitet und könnt euch voll und ganz auf das konzentrieren, was Queenstown am besten kann: beeindrucken und begeistern.

Fazit

Man weiß nie genau, was als Nächstes kommt. Natur, Nervenkitzel, leckeres Essen und dabei eine gemütliche, aber lebhafte Atmosphäre. Queenstown hat einfach alles. Ich würde jederzeit wieder hin – aber nächstes Mal bleib ich länger. 😉

Inhalt

Stories und Prints, Side by Side

Einige der Fotografien aus diesem Beitrag sind als Fine-Art-Print erhältlich.