Die türkisblaue Farbe des Lake Tekapo trifft einen unvorbereitet. Wir hatten Fotos gesehen, aber die Realität war trotzdem anders. Schärfer, echter und gewaltiger. Weiter südlich liegt der Lake Pukaki an dem ihr unweigerlich vorbeikommt und der mit dem Aoraki/Mount Cook im Hintergrund nochmal eine ganz andere Dimension aufmacht. Diese beiden Seen gehören zu den eindrücklichsten Stellen unserer Neuseeland-Reise.
Hier teilen wir unsere liebsten Fotospots, unsere Tipps für einen entspannten Aufenthalt und was uns vor Ort überrascht hat.

Lake Tekapo – Das blaue Wunder der Südinsel
Der Lake Tekapo ist bekannt für seine intensive, fast schon unwirklich türkisblaue Farbe. Der Farbton kommt durch feine Gletscherpartikel im Wasser zustande, die das Sonnenlicht reflektieren. Das macht den See nicht nur tagsüber spektakulär, sondern auch bei Sonnenauf- und -untergang zu einem echten Highlight (wenn man denn Sonne hat).
Church of the Good Shepherd – Die berühmteste Kapelle Neuseelands

Die kleine Steinkapelle am Seeufer, die Church of the Good Shepherd, ist eines der meistfotografierten Motive Neuseelands. Tagsüber ist hier einiges los, aber wenn ihr früh morgens oder später am Abend kommt, könnt ihr die Kirche in aller Ruhe bestaunen. Vielleicht sogar mit einem gewaltigen Sternenhimmel im Hintergrund.
Falls ihr flexibel reisen könnt, lohnt sich ein Blick auf den Mondkalender: Je weniger Mond zu sehen ist, desto besser die Chancen auf die Milchstraße. Da Neuseeland – das Land der langen weißen Wolke, wie die Māori es nennen – oft bewölkt ist, solltet ihr etwas Zeitpuffer einplanen, wenn ihr hier wirklich Sterne sehen möchtet. Uns ist das leider nicht gelungen, da wir es nachts über mehrere Tage mit vielen Wolken zu tun hatten. Wir drücken euch die Daumen, dass ihr mehr Glück habt!
Mt John University Observatory – Ein Blick in die Sterne

Die Region um den Lake Tekapo liegt in einem der besten Dark Sky Reserves der Welt. Das heißt, es gibt kaum Lichtsverschmutzung und daher klare Sicht auf die Sterne wie fast nirgendwo sonst. Die beste Aussicht bekommt ihr angeblich vom Mt John University Observatory. Tagsüber könnt ihr von hier aus den gesamten Lake Tekapo überblicken, nachts werden regelmäßig Sternentouren angeboten.
Auch tagsüber lohnt sich der Besuch, denn die Aussicht von hier oben ist wirklich gut. Again: solange keine Wolken kommen. Wir hatten das Glück, fünf Minuten lang freie Sicht zu haben, bevor wir innerhalb von Sekunden mitten in einer Wolke steckten und nur noch zwei Meter weit sehen konnten. Hier ist man hautnah in der Natur und muss sich auf schnelle Wetterwechsel einstellen.
Die Straße zum Observatory ist mautpflichtig und mit Wohnmobil teilweise steil und eng. Sie ist zwar machbar, aber kein Spaziergang. Hoch wandern geht natürlich auch, das würden wir euch aber nur bei gutem Wetter empfehlen. Checkt vorher den lokalen Wetterbericht und wenn ihr mögt auch die Webcam, die direkt vom Gipfel sendet.
Geheimtipp zum Campen am Lake Tekapo
Während viele direkt am Lake Tekapo campen, gibt es eine ruhigere Alternative: den Lake Alexandrina Campground. Der kleine See liegt nur wenige Kilometer von Tekapo entfernt und ist ideal, wenn ihr es etwas abseits der Hauptreiseroute mögt. Kein Massentourismus, kein Trubel, uns empfing hier nur ein menschenleerer Stellplatz mit toller Aussicht.
Allerdings gibt's hier auch kaum Infrastruktur: die Sanitäranlagen beschränken sich auf ein stinkendes Plumpsklo. Ihr solltet also alles im Camper haben, was ihr braucht. Auf Vertrauenszahlerbasis kostet die Nacht 20 NZD.

Solltet ihr eine NZMCA-Mitgliedschaft haben, soll auch der Lake Tekapo NZMCA Park eine schöne Alternative sein.
Weitere Freizeitaktivitäten am Lake Tekapo
Neben den erwähnten Spots bietet die Region noch einiges mehr: Ein Rundflug mit Air Safaris gibt euch einen anderen Blick auf die Südalpen und den Aoraki/Mount Cook. Wer entspannen möchte, kann in den Tekapo Springs in heißen Pools mit Seeblick relaxen. Für Reiten bietet Mackenzie Alpine Horse Trekking verschiedene Touren durch die Landschaft an. Golfspieler finden auf dem Cairns Golf Course einen 9-Loch-Platz in schöner Lage. Und mit Tekapo Adventures sind auch 4WD-Touren durchs Hochland möglich.
Lake Pukaki – Der schönste See Neuseelands?
So schön Lake Tekapo auch ist, Lake Pukaki setzt nochmal einen drauf. Der türkisfarbene See erstreckt sich entlang des Mount Cook Nationalparks und bietet eine der beeindruckendsten Panoramastraßen Neuseelands, die direkt zum höchsten Berg des Landes, dem Aoraki/Mount Cook, führt. Was ihr beim Stopp im Mount Cook Nationalpark alles erleben könnt, erfahrt ihr in unserem nächsten Blogpost.
Lake Pukaki Viewpoint – Aussicht deluxe
Direkt an der Straße gibt es mehrere Viewpoints, der bekannteste ist der Lake Pukaki Viewpoint. Von hier habt ihr eine perfekte Sicht auf den See mit dem Mount Cook im Hintergrund. Falls ihr mit dem Camper unterwegs seid: Hier gibt es auch kostenlose Stellplätze – gut geeignet, um bei klarem Wetter Sonnenauf- oder -untergang zu genießen.
Tapataia Mahaka – Peter's Lookout (Mount Cook Road)

Noch ein sehr lohnender Stopp ist der Peter's Lookout an der Mount Cook Road. Von hier habt ihr einen schönen Blick auf den Lake Pukaki und die schneebedeckten Gipfel des Mount Cook Nationalparks. Allerdings gibt es wenig Platz zum Parken. Wenn hier 2–3 Autos stehen, ist die kleine Parkbucht voll. Camper haben es entsprechend schwerer. Die Autos fahren auf der Straße auch recht schnell vorbei. Also passt gut auf, wo ihr euch positioniert und Fotos macht.
Kulinarische Tipps am Lake Pukaki
Leckerer Fisch: Mt Cook Alpine Salmon Shop

Wer gern frischen Fisch isst, sollte vor der Abbiegung auf die Mount Cook Road am Mt Cook Alpine Salmon Shop stoppen. Hier gibt es Lachs direkt aus den klaren Gletschergewässern des Lake Pukaki. Die frischen Sashimi-Platten sind sehr zu empfehlen.
Wir haben uns nach der ersten Portion direkt noch eine fürs Abendessen mitgenommen. Sehr lecker und frischer geht's kaum.
Unser Entspannungs-Tipp: Das kleine Café im Glentanner Campground
Auf dem Weg zum Mount Cook lohnt sich ein kurzer Halt am Glentanner Campground. Das Café dort ist ehrlich gesagt nicht wegen des Essens einen Stopp wert, sondern wegen der Aussicht. Von hier habt ihr einen direkten Blick auf den Mount Cook, und gerade am Morgen, wenn die Sonne langsam über den Gipfeln aufgeht, ist das ein schöner Moment. Der Campground selbst ist übrigens auch gut. Er bietet eine solide Basis für Ausflüge in den Mount Cook Nationalpark.
Wir hatten an unserem ersten Tag in der Lake-Pukaki-Region regnerisches, windiges Wetter. Da war der Halt im warmen Café mit einem heißen Getränk eine willkommene Pause, bevor es zur ersten Erkundungstour Richtung Mount Cook ging.
Fazit
Ob ihr die türkisblauen Seen, die Aussichten auf die neuseeländischen Alpen oder den Sternenhimmel der Region erkunden wollt: Lake Tekapo und Lake Pukaki sind zwei der eindrücklichsten Stellen der Südinsel und einen ausgiebigen Stopp wert. Auch der Weg hierher von Christchurch ist eine tolle Route durch die weiten Graslandschaften Neuseelands. Zeitweise erinnert die Landschaft interessanterweise auch etwas an die Toskana.
Unser Tipp für eure Route
📍 Startet in Lake Tekapo, besucht die Church of the Good Shepherd und das Mt John Observatory.
📍 Übernachtet am Lake Alexandrina (wenn ihr es ruhig mögt) oder am Lake Tekapo Campground.
📍 Fahrt am nächsten Tag weiter zum Lake Pukaki Viewpoint und Peter's Lookout.
📍 Gönnt euch zwischendurch eine Lachsplatte am Mt Cook Alpine Salmon Shop.
📍 Falls es in Richtung Mount Cook geht: Kaffee im Glentanner Campground Café und dann weiter zum höchsten Berg Neuseelands.

