Der Yellowstone Nationalpark stand auf unserer Bucket-Liste für den USA-Roadtrip ganz weit oben. Daher waren wir sehr schockiert, als wir von den Naturkatastrophen im Yellowstone erfuhren, kurz nachdem wir in Washington D.C. gelandet waren. Bis wir nach Wyoming vorgedrungen sind, konnte man den South Loop allerdings wieder bereisen. Zum Glück! Der North Loop war leider nicht betretbar, daher könnt ihr an dieser Stelle nur über unsere Highlights vom South Loop lesen.
Der Park ist riesig und bietet eine beeindruckende Vielfalt an Naturschönheiten. In diesem Artikel findet ihr alles rund um die schönsten Sehenswürdigkeiten, Anreise und Vorbereitung für den South Loop. Viel Spaß beim Lesen!

Der Yellowstone Nationalpark, der erste Nationalpark der Welt, liegt hauptsächlich im Bundesstaat Wyoming, erstreckt sich aber auch nach Montana und Idaho. Mit einer Fläche von rund 8.990 Quadratkilometern ist der Park etwa so groß wie Korsika!
Die beste Reisezeit für den Yellowstone
Der Yellowstone Nationalpark ist am besten mit dem Auto erreichbar. Wir sind von Cody aus in den Nationalpark eingefahren. Die Infrastruktur dieses kleinen Ortes ist ganz hervorragend auf die Touristenmassen, die in den Yellowstone strömen, vorbereitet und bietet auch relativ preisgünstige Unterkünfte als Ausgangspunkt für die Parkerkundung.
Die beste Reisezeit hängt davon ab, was ihr erleben möchtet. Die Sommermonate (Juni bis August) bieten warmes Wetter und die meisten geöffneten Einrichtungen, aber auch die größten Menschenmassen. Der Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis November) bieten mildes Wetter und weniger Besucher, während der Winter (Dezember bis März) ideal für Wintersport wie Cross-Skiing oder Schneemobilfahren ist, allerdings sind auch viele Straßen und Einrichtungen geschlossen.
Die Sehenswürdigkeiten auf dem South Loop im Yellowstone Nationalpark
Unsere Unterkunft lag in der Nähe des West Yellowstone Eingangs. Von hier aus haben wir viele der folgenden Sehenswürdigkeiten erkundet. Das war problemlos und sicher möglich, wenn auch im Sommer sehr heiß. In der Sonne waren es locker an die 40 Grad, was ein krasser Kontrast zu den Temperaturen um die 0 Grad am Morgen war. Die Reihenfolge entspricht der chronologischen Reihenfolge, in der wir den South Loop erkundet haben.

1. Yellowstone Lake
Mit einer Fläche von rund 352 Quadratkilometern ist der Yellowstone Lake der größte Hochgebirgssee Nordamerikas. Der See ist besonders im Sommer schön mit dem beeindruckenden Bergpanorama im Hintergrund. Das kristallklare, aber eiskalte Wasser bietet eine willkommene Abkühlung, wenn die Sonne erbarmungslos herunterknallt. Im leicht bergigen Bereich am Ufer des Sees haben wir auch unseren ersten Bären gesehen. Wenn irgendwo ein Bär gesichtet wird, dann sind die Park Ranger schnell da gewesen und haben darauf geachtet, die Bären vor allzu neugierigen Besuchenden zu schützen.

2. West Thumb Geyser Basin
Dieses Geysir-Becken liegt direkt am Ufer des Yellowstone Lake und bietet eine Mischung aus Thermalquellen, Schlammtöpfen und Fumarolen. Die Kombination von blauem Wasser und kleinen, dampfenden Geysiren ist bezaubernd. Insbesondere dann, wenn ihr es frühmorgens hierher schafft. Der aufsteigende, warme Dampf, in dem sich die goldgelben Sonnenstrahlen des Sonnenaufgangs spiegeln, und die Aussicht über den Yellowstone Lake lassen eine magische Atmosphäre entstehen.

In der morgendlichen kühlen Ruhe könnt ihr mit etwas Glück auch Rehe mit ihren Kitzen hautnah beim Futtersuchen beobachten. Auch Fotografinnen und Fotografen kommen hier auf ihre Kosten. Die Sonne steht im Sommer zum Sonnenaufgang besonders schön.
3. Old Faithful Geyser
Kein Besuch im Yellowstone wäre vollständig ohne den berühmten Old Faithful. Dieser Geysir bricht etwa alle 90 Minuten aus. Der Anblick des dampfenden Wassers, das so hoch in den Himmel schießt, ist einfach sehr beeindruckend und erdend. Welche Macht die Natur hat, wird einem spätestens dann bewusst, wenn sie sie ungezügelt zeigt, wie bei der hydrothermalen Explosion im Juli 2024. Ein respektvoller Abstand zu diesen Naturwundern ist daher unbedingt angebracht.

4. Geysire rund um den Old Faithful
Der Old Faithful ist der größte Geysir in dem thermalen Basin. Es lohnt sich allerdings, nachdem man den Ausbruch dieses beeindruckenden Geysirs verfolgt hat, noch weiter durch das Valley zu spazieren. Hier gibt es noch viele weitere (kleinere) Geysire zu bewundern, die auch in häufigerer Frequenz ausbrechen. Außerdem gibt es einige Quellen und kleine heiße Seen zu entdecken.
5. Morning Glory Pool
Ganz am Ende des thermalaktiven Valleys rund um den Old Faithful Geysir findet ihr den Morning Glory Pool. Dieser Pool zeigt wunderschöne Farbspiele, die u.a. durch die Schwefelanteile im Wasser bedingt werden. Die Farben sind kräftig und etwas ganz Besonderes. Da es nicht viele in der hochsommerlichen Hitze bis dahin durchgehalten haben, hatten wir den Ausblick auch fast für uns alleine.

6. Yellowstone River & Grand Canyon of the Yellowstone
Der Grand Canyon of the Yellowstone ist mit seinen beeindruckenden Wasserfällen und tiefen Schluchten ein echtes Highlight. Besonders der Lower Falls ist ein spektakulärer Anblick. Die Straße, die hier vorbeiführt, ist eine One-Way-Straße – ihr biegt im Süden in den North Rim Drive ein und fahrt dann Richtung Norden am Canyon entlang. Entlang des Canyons gibt es immer wieder relativ großzügige Parkplätze, die an kleine Wege runter Richtung Schlucht grenzen.
Wir haben hier ein Picknick zum Abendessen genossen und uns von der entspannten Canyon-Stimmung zum Sonnenuntergang verzaubern lassen.

Plant hier auf jeden Fall genügend Zeit ein, um die verschiedenen Aussichtspunkte ausgiebig genießen zu können.
7. Artist Point
Ein beliebter Aussichtspunkt mit weitem Blick auf den Grand Canyon of the Yellowstone. Die Aussicht auf die bunten Klippen und den Wasserfall ist beeindruckend und bietet einen schönen Spot für Fotos. Um ihn zu erreichen, müsst ihr in den South Rim Drive einbiegen, da er auf der anderen Seite des Canyons liegt als viele der anderen Aussichtspunkte wie der Grand View, der Red Rock Point oder der Brink of Lower Falls.
8. Grand Prismatic Spring
Die größte heiße Quelle im Park und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Yellowstone. Die leuchtenden Farben der Grand Prismatic Spring sind beeindruckend. Besonders schön soll der Ausblick vom Aussichtspunkt sein, den man vom Fairy Falls Parking Lot aus bewandern kann. Wir konnten das leider nicht verifizieren, weil eine Bärenmama mit ihrem Kleinen auf dem Wanderweg ihr Lager aufgeschlagen hatte und dieser daher an diesem Tag evakuiert und gesperrt wurde.

Außerdem ein Tipp für alle Fotografie-Verrückten unter euch: auch wenn das Licht beim Sonnenaufgang für die Farben des Grand Prismatic Springs bestimmt super schön ist, sieht man davon meistens leider nichts. Das Wasser ist super heiß, die Temperaturen morgens selbst im Hochsommer sehr kalt (wir hatten um die 0 Grad Celsius). Das heißt, gerade morgens ist der aufsteigende Dampf sehr dicht und kaum zu durchdringen.
9. Hayden Valley
Das Valley ist ein Paradies für Wildtierbeobachter! Es ist bekannt für seine große Population von Bisons und Elchen. Frühmorgens oder spätnachmittags habt ihr die besten Chancen, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Auch zum Sonnenuntergang finden sich hier zahlreiche Tierbeobachtungs-Fans ein, die mit Fernglas und Campingstühlen ausgerüstet sind. So kann man in entspannter Atmosphäre den Sonnenuntergang genießen und viel Schöneres bestaunen als Netflix & Co. zu bieten haben.
10. Norris Geyser Basin
Das Norris Geyser Basin ist das heißeste und aktivste Geysir-Becken im Yellowstone. Hier findet ihr den Steamboat Geyser, den höchsten aktiven Geysir der Welt, sowie viele weitere faszinierende geothermische Merkmale.
Allgemeines zur Anreise und Weiterreise
Der Yellowstone Nationalpark liegt hauptsächlich in Wyoming, erstreckt sich aber auch nach Montana und Idaho. Die Anreise ist am einfachsten mit dem Auto. Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Jackson Hole Airport (JAC) in Wyoming und der Bozeman Yellowstone International Airport (BZN) in Montana. Von dort aus könnt ihr Mietwagen nehmen, um den Park zu erreichen. Die Anreise mit dem Zug ist weniger üblich, aber es gibt Busverbindungen von den nahegelegenen Städten.
Wir sind mit dem Auto von Cody aus in den Nationalpark eingefahren. Die Infrastruktur dieses kleinen Ortes ist ganz hervorragend auf die Touristenmassen, die in den Yellowstone strömen, vorbereitet und bietet auch relativ preisgünstige Unterkünfte als Ausgangspunkt. Außerdem gibt's dort auch viele Touristenattraktionen wie beispielsweise Rodeo-Reiten. Dazu allerdings eine kleine Vorwarnung: man merkt anhand der Moderation, dass man sich in einer sehr ländlichen Region befindet, in der traditionelle Rollenbilder immer noch sehr stark verankert sind.
Vorbereitung & Planung für eure Reise in den Yellowstone
Um das Beste aus eurer Reise in den Yellowstone Nationalpark herauszuholen, solltet ihr euch mit den folgenden Themen im Vorfeld auseinandersetzen:
Wetterverhältnisse
Recherchiert im Vorfeld die aktuellen Parkbedingungen und Wetterverhältnisse. Das Wetter im Yellowstone kann sehr unberechenbar sein, selbst im Sommer. Bringt daher immer wetterfeste Kleidung und Schichten mit, um auf plötzliche Temperaturwechsel vorbereitet zu sein. Selbst wenn es tagsüber im Juni/Juli über 30 Grad wird und die Sonne herunterbrennt, wird es abends knackig kalt. Aus eigener Erfahrung: Den Sonnenaufgang morgens um 5:00 haben wir bei ca. -3 Grad bewundert, nachdem wir am Nachmittag davor bei 38 Grad geschmolzen sind.
Unterkunft buchen
Bucht Unterkünfte und Campingplätze weit im Voraus, besonders wenn ihr in der Hochsaison (Juni bis September) reist. Die beliebtesten Lodges und Campingplätze sind schnell ausgebucht. Wir hatten Glück, dass wir spontan etwas auf einem Campingplatz bekommen haben. Das lag allerdings daran, dass – wie am Anfang des Artikels erwähnt – 2 Wochen vor unserem Besuch Überschwemmungen Teile des Parks zerstört hatten und einige Besucher ihre Reservierungen gecancelt haben.

Wildtiere
Stellt sicher, dass ihr die Parkregeln und Sicherheitsvorkehrungen kennt. Im Yellowstone gibt es viele wilde Tiere, darunter Bisons, Bären und Wölfe. Informiert euch über den sicheren Umgang mit Wildtieren und bringt, falls ihr wandern wollt oder auf einem Campground übernachtet, Bärenspray mit.
Auf dem Bridge Bay Campground beispielsweise wurden wir darauf hingewiesen, dass nachts Bären über den Campingplatz streunen. Der Netzempfang dort ist zudem schlecht und das Hilfe-Telefon befindet sich an der Rezeption, die zu Fuß relativ weit weg ist von den Übernachtungsplätzen.
Nehmt außerdem Kamera und Fernglas mit. Der Yellowstone Nationalpark bietet unzählige Fotomotive und eine reiche Tierwelt, die es zu entdecken gilt. Mit einem Fernglas könnt ihr die Bären, die euch über den Weg laufen, detailliert bewundern. Wenn ein Bär gesichtet wird, sind schnell auch Parkranger vor Ort, die den Sichtungsort beaufsichtigen und sicherstellen, dass sich niemand in Gefahr begibt oder den Bären stört.
Wanderungen sollten daher auch gut geplant sein. Wie eigentlich immer gilt, nehmt genügend Wasser, Karten und Snacks mit. Es kann vorkommen, dass Trails gesperrt und vorsichtig evakuiert werden müssen, wenn sich z.B. Bären auf dem Weg niederlassen.
Fazit
Für uns war der Yellowstone mehr als ein Nationalpark – er war einer dieser Orte, an denen man sich gleichzeitig winzig klein und zutiefst lebendig fühlt.
