Rocky Mountains Nationalpark: Roadtrip auf 3.600 Meter Höhe und Elche am Straßenrand

USA Roadtrip – Trail Ridge Road, Bear Lake, Timed Entry & Tipps für Colorado

Trail Ridge Road im Rocky Mountain Nationalpark Colorado auf 3.600 Meter Höhe
Rocky Mountains Nationalpark - Viewpoint
Aussicht in den Rocky Mountains Nationalpark von der Wanderung zum Dream Lake kurz vor Sonnenuntergang.

Kurz nach 18:00 Uhr fahren wir am Bear Lake Road Korridor ein. Das ist genau der Zeitpunkt, ab dem im Sommer keine Reservierung mehr nötig ist. Die Bäume werfen lange Schatten, das Licht ist warm und rötlich, und eine knappe Stunde später stehen wir - ein bisschen verschwitzt - am Dream Lake. Wir sind gerade noch rechtzeitig, um dem letzten Sonnenlicht beim Verschwinden und dem Himmel beim Rotfärben zuzusehen.

Der Rocky Mountains Nationalpark in Colorado gehört zu den zugänglichsten Nationalparks der USA. Ein Großteil der Sehenswürdigkeiten lässt sich mit dem Auto erkunden. Die Trail Ridge Road, die höchste durchgehende Asphaltstraße Nordamerikas, führt bis auf über 3.700 Meter. Also auch wer kein ambitionierter Wanderer ist, kommt hier sehr weit ran an wunderschöne Bergpanoramen.

Was viele nicht auf dem Radar haben: Die Straße ist saisonal gesperrt, von etwa Ende Oktober bis Ende Mai. Der aktuelle Status lässt sich online prüfen. Das ist besonders sinnvoll, wenn dein Besuch in den Übergangsmonaten geplant ist.

Bear Lake Road Corridor

Bear Lake liegt auf knapp 2.900 Metern, umgeben von Nadelwald und Bergen, die sich im Wasser spiegeln. Von hier führen mehrere Wanderwege ab, darunter der zum Dream Lake. Dieser ist mit rund vier Kilometer hin und zurück überschaubar im Anspruch, aber oben öffnet sich ein weites Panorama der Rocky Mountains.

Sternenhimmel im Rocky Mountains Nationalpark.
Sternenhimmel im Rocky Mountains Nationalpark

Fotografisch ist der Sonnenaufgang im Sommer interessanter als der Sonnenuntergang: Die umliegenden Berge werden von der aufgehenden Sonne direkt angestrahlt, während abends das Licht diffuser wird. Für Nächte mit klarem Himmel und Neumond lohnt sich ein nächtlicher Besuch am Bear Lake besonders, da die Lichtverschmutzung hier sehr gering ist und man einen unglaublichen Sternenhimmel bestaunen kann.

Der Sprague Lake, etwas weiter unten am Korridor, ist einen kurzen Spaziergang wert. Früh morgens lassen sich dort manchmal Elche und andere Wildtiere beobachten. Etwas weiter oben liegt das Alpine Visitor Center auf dem höchsten Punkt der Trail Ridge Road, über 3.500 Meter. Von dort führt ein kurzer, aber steiler Weg auf den Höffer’s Hill, von dem aus man einen freien Blick auf einen Großteil des Parks hat.

Reservierungen und Einlass

Das Timed Entry System hat sich in den letzten Jahren etabliert: In den Sommermonaten braucht man eine Reservierung für den Parkeingang und für den Bear Lake Corridor zusätzlich eine separate. Spontan klappt das selten, die beliebtesten Zeitfenster sind oft Wochen vorher vergeben.

Ab 18:00 Uhr entfällt die Reservierungspflicht für den Bear Lake Bereich. Das bedeutet für spontan Reisende zwar etwas weniger Licht, dafür aber auch spürbar weniger Betrieb. Wer kein Ticket bekommt, kann auf den Shuttle ausweichen. Das hat den praktischen Nebeneffekt, dass Start- und Endpunkt einer Wanderung flexibler gewählt werden können.

Wetter

Morgens Sonnenschein, mittags Sturmböen, abends Stille. Das Wetter im Park entwickelt eine eigene Logik, die mit den Vorhersagen nicht immer übereinstimmt. Auf den höheren Lagen ist das besonders spürbar, daher gehören warme Kleidung und Regenausrüstung auf jeden Fall ins Auto, unabhängig von der Prognose. Ein früher Start hat außerdem einen weiteren Vorteil: In den Morgenstunden sind Elche und Dickhornschafe häufiger zu sehen, bevor sie sich zurückziehen.

Fazit

Rocky Mountains Nationalpark zum Sonnenuntergang am Dream Lake
Dream Lake zum Sonnenuntergang

Der Rocky Mountains Nationalpark ist gut zugänglich, aber er ist nicht für jeden Reisekontext die erste Wahl. Wer mit wenig Zeit durch die USA reist und noch keine Südwestparks gesehen hat, könnte im Bryce Canyon, Grand Canyon oder Zion National Park Landschaften erleben, die für europäische Augen unvertrauter sind. Die Rockies erinnern in ihrer Grundstruktur an die Alpen. Der Wiedererkennungseffekt ist real.

Das Schönste am Park erschließt sich ohnehin weniger auf der Trail Ridge Road als auf den Wegen durch Wald und Geröll. Und für diesen Nationalpark gilt auf jeden Fall: Wer eine Wanderhose einpackt, sieht mehr.

Inhalt

Stories und Prints, Side by Side

Einige der Fotografien aus diesem Beitrag sind als Fine-Art-Print erhältlich.