Niagarafälle: Größer als erwartet und mit einer klaren Länderseiten-Empfehlung

USA Roadtrip – Niagarafälle auf amerikanischer und kanadischer Seite

Niagarafälle von der amerikanischen Seite – Wassermassen zwischen USA und Kanada

Wer auf dem nordamerikanischen Kontinent unterwegs ist, sollte die Niagarafälle einplanen. Wie ihr das Beste aus eurem Besuch herausholt, wann ihr anreisen solltet und von welcher Seite man mehr von den Niagarafällen sieht, erfahrt ihr hier.

Langzeitbelichtung der Niagarafälle (Horseshoe Falls) von der kanadischen Seite

Lage, Fakten & der richtige Besuchszeitpunkt für die Niagarafälle

Ein paar Basics zu Beginn, die wichtig zu wissen sind für eure Reiseplanung zu den Niagarafällen.

Lage & Fakten über die Niagarafälle

Die Niagarafälle sind nicht gleich die Niagarafälle. Sie bestehen eigentlich aus 3 Teilen: den American Falls und die kleineren Bridal Veil Falls auf amerikanischer Seite und den Horseshoe Falls auf kanadischer Seite, die man am meisten auf Fotos von den Niagarafällen abgebildet sieht.

Außerdem bilden die Niagarafälle eine natürliche Grenze zwischen den USA und Kanada. Auch wenn die beiden angrenzenden Städte denselben Namen – Niagara Falls – haben, gehört die eine Stadt zu den USA und die andere zu Kanada.

Touristisch erschlossen ist das Gebiet um die Niagarafälle seit 1800. Wer heute anreist, kann auf amerikanischer Seite immer noch mit den Maid of Mist-Booten fahren, deren Fahrten seit 1846 angeboten werden 😵 (Natürlich haben sie die Boote ab und an mal modernisiert 😉).

Bester Reisezeitpunkt für die Niagarafälle

Ebenfalls ein Relikt aus dem 18. Jahrhundert sorgt dafür, dass das Wasserfall-Spektakel zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beeindruckend ausfällt. Schon damals fing man an, die Flussströmung des Niagara Rivers zur Energieerzeugung zu nutzen. Für das 1961 in Betrieb genommene Kraftwerk Robert Moses Niagara werden erhebliche Wassermassen aus dem Fluss abgezweigt, die dann eben nicht mehr die Niagarafälle runtersausen. Damit ihr einen möglichst realistischen Eindruck von dem Naturwunder bekommt, solltet ihr daher zur Hauptsaison anreisen, in der tagsüber maximal 50% des Flusses zur Stromgewinnung genutzt werden.

Die besten Attraktionen an den Niagarafällen

Da die Niagarafälle schon seit über 200 Jahren als Touristenziel ausgebaut wurden, haben sie natürlich einiges zu bieten. Welche Attraktionen ihr buchen könnt, hängt davon ab, auf welcher Seite ihr angereist seid.

Was ihr ganz unabhängig von eurem Reiseland genießen könnt, sind die illuminierten Wasserfälle bei Nacht sowie ein täglich stattfindendes Feuerwerk. Weitere Informationen zu aktuellen Timeschedules findet ihr auf der offiziellen Touristen-Webseite des Niagara Falls State Parks.

Amerikanische Attraktionen der Niagarafälle

Natürlich könnt ihr die Niagarafälle auch ganz ohne weiteres Geldausgeben genießen, indem ihr einfach am Ufer der Fälle und des Flusses entlangspaziert. Die gut ausgebauten Spazierwege bieten eine tolle Aussicht und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

Allerdings gibt es eine Attraktion, die ich euch wirklich ans Herz legen möchte. Sie gehört für mich zu den eindrücklichsten Momenten der ganzen Reise: eine Bootsfahrt.

Regenbogen zwischen den Wasserfällen. Aufgenommen von einem der Maid of the Mist Boote.

Maid of the Mist

Wie oben erwähnt, gibt es seit 1846 Bootstouren zu allen drei Wasserfällen namens Maid of the Mist.

Die Bootsfahrt ist wirklich beeindruckend und lässt euch die Macht des Wassers am eigenen Leib spüren. Danach fühlt man sich definitiv geerdet und daran erinnert, wie mächtig die Natur ist und wie unbedeutend klein wir Menschen dagegen sind. Das kann auf der einen Seite natürlich erschrecken, auf der anderen aber auch sehr relativieren.

Euer Ticket beinhaltet außerdem einen Besuch des Niagara Falls Observation Tower. Regencapes werden nach dem Ticketkauf kostenlos ausgegeben und auch gerne zum Recyceln nach der Fahrt wieder eingesammelt. Wenn es eure Reiseplanung zulässt, macht die Fahrt unter der Woche statt am Wochenende. Die Boote sind am Wochenende durchgehend voll, unter der Woche oft relativ leer. So könnt ihr euch gut bewegen und bekommt leicht einen Platz an der Reling.

Habt eure Kamera direkt aufnahmebereit, denn je nach Tageszeit und Sonneneinstrahlung ergibt sich schon vor den Horseshoe Falls ein schöner Regenbogen vor den American Falls, den es sich lohnt festzuhalten.

Nach der Fahrt lohnt es sich, die Stufen in Richtung American Falls zu erklimmen und noch mal hautnah die Lautstärke und das Wasser zu erleben.

Niagara Falls Observation Tower

Der Niagara Falls Observation Tower ist der offizielle Aussichtsturm auf amerikanischer Seite. Ihr könnt ihn für eine sehr geringe Gebühr (zur Zeit des Schreibens dieses Artikels 1,25$) unabhängig von einer Bootsfahrt besuchen.

Plant ihr aber ohnehin die Maid of the Mist, dann wartet besser darauf. Der Besuch des Observation Towers ist im Ticketpreis enthalten und die Fahrt startet und endet dort.

Cave of the Winds

Startet ihr vom Ticketverkauf der Maid of Mist in Richtung Niagara River, kommt ihr nach ca. 5–10 Min auch am Ticketverkauf für die Cave of the Winds vorbei. Diese Tour ermöglicht es euch, in die Niagara Gorge abzusteigen und die Niagarafälle hautnah zu erleben. Vorher könnt ihr euch noch eine interaktive Ausstellung dazu ansehen, wie Nikola Tesla schon damals die Kraft des Wassers nutzbar gemacht hat.

Wir haben uns damals dagegen entschieden, weil wir nach unserer Maid of the Mist-Fahrt die Möglichkeit hatten, auf den Stufen neben den American Falls herumzuklettern. Das hat uns als Wasserfall-von-unten-Perspektive ausgereicht.

Ausflugsboot am Horseshoe Falls – von der kanadischen Seite fotografiert

Kanadische Attraktionen der Niagarafälle

Die kanadische Seite bietet ebenfalls gut ausgebaute Spazierwege und jede Menge Straßenstände und Restaurants fürs leibliche Wohl sowie ein Shopping-Center an der direkten Uferkante der Niagarafälle. Außerdem fühlt sich das kanadische Niagra Falls deutlich lebendiger und diverser an als das auf der amerikanischen Seite. Denn dort haben sich vor allem Casinos und Armut angesiedelt, während auf der kanadischen Seite viele Restaurants, Geschäfte und lebendige Fußgängerzonen mit vielen verschiedenen Aktivitäten das Bild bestimmen.

Journey Behind the Falls

Eine der zahlreichen Aktivitäten ist z.B. die Journey Behind the Falls, die nach einem sehr spannenden Abenteuer klingt. Die Reise durch einen 130 Jahre alten Tunnel „an den Fuß der Niagarafälle“ steht auf meiner Liste für den nächsten Besuch in Ontario mit mehr als ein paar Stunden Zeit.

Niagara Falls Zipline

Habt ihr schon mal geziplined? Die Niagara Falls Zipline wäre ein guter Einstieg. Mit einer ähnlich guten Aussicht wird es danach wohl schwierig. 😉

Niagara City Cruises

Als Pendant zur Maid of the Mist bietet die kanadische Seite die Niagara City Cruises an. Gleiche Schiffe, andere Poncho-Farbe, und immer schön abwechselnd mit den amerikanischen Schiffen brechen die Cruises in Richtung der Fälle auf. Je nach Dollarkurs lohnt sich ein Kostenvergleich.

Skylon Tower

Einen guten Blick auf die Niagarafälle beim Abendessen gibt es vom Skylon Tower. Wir waren leider nicht selbst oben, aber die Fotos sehen nach einer hervorragenden Aussicht aus. Falls ihr es hoch schafft, freue ich mich über eure Erfahrungsberichte. 😍

Von welcher Seite sieht man die Niagarafälle am besten?

Sicht von der Grenzübergangsbrücke auf die Niagarafälle
Sicht von der Grenzübergangsbrücke auf die Niagarafälle

Oder anders gefragt: Lohnt sich die Grenzüberquerung auf die andere Seite? Die Antwort hängt davon ab, von wo ihr startet.

Startet ihr auf der amerikanischen Seite, würde ich einen Grenzübergang – selbst wenn nur für ein paar Stunden – empfehlen. Ihr könnt auch das Auto auf der amerikanischen Seite stehen lassen und zu Fuß über die Grenzbrücke gehen, um den Stau zu vermeiden. Stellt dabei sicher, dass ihr eure Ausweisdokumente dabei habt. Denn von der kanadischen Seite ist der Winkel auf die Horseshoe Falls deutlich imposanter. Meiner Meinung nach, lohnt sich das.

Seid ihr schon auf der kanadischen Seite, könnt ihr euch einen Grenzübergang meiner Meinung nach sparen, da das Attraktionsangebot auf beiden Seiten vergleichbar ist und die Aussicht nicht besser wird als ihr sie eh schon seht. 😉

Anreise & Unterkunft in der Nähe der Niagarafälle

Mit dem Auto könnt ihr auf der amerikanischen Seite bis zum Ufer der Niagarafälle fahren. Vom Parkplatz kommt ihr direkt zu den Ticketverkäufen und dem Niagara Falls Observation Tower. Der Parkplatz ist für amerikanische Verhältnisse allerdings relativ teuer, und es gibt keine Stundentarife, sondern nur einen Tagestarif.

Um die Gebühr zu sparen, ist es auch möglich, in einem der zahlreichen Casino-Parkhäuser drum herum zu parken und dann ein paar Meter zu laufen. Auch wenn die Casino-Parkhäuser euch davon natürlich mit Verbotsschildern abzuhalten versuchen. Überlegt euch, was für einen entspannten Trip für euch wichtig ist.

In Niagara Falls selbst haben wir wenig Unterkünfte gefunden, und nachdem wir durch die Stadt gefahren sind, wurde uns recht schnell klar, warum. Das Städtchen sieht recht heruntergekommen aus und das Stadtbild wird von Casinos geprägt. Die nächste Unterkunft, die wir gefunden hatten, war ein Airbnb in Lewiston. In den Outskirts von Lewiston ist zwar absolut nichts los, aber es ist schön ruhig, grün und friedlich. Und je nach Unterkunftslage habt ihr einen tollen Blick auf den Lake Ontario.

Ich hoffe, dieser Artikel hilft euch bei der Reiseplanung und ihr habt einen wunderschönen Aufenthalt bei den Niagarafällen.

Inhalt

Stories und Prints, Side by Side

Einige der Fotografien aus diesem Beitrag sind als Fine-Art-Print erhältlich.