Update: Detaillierte Informationen & Karten der Mautstraßen an der Ostküste oder Kalifornien gibt es in den jeweils verlinkten Artikeln.
2022 haben wir etwas gemacht, was ein lang gehegter Traum war: 17.000 Kilometer mit dem Auto quer durch die USA. Und am Ende lag unsere Mautrechnung bei knapp 80 Dollar. Was wir dabei am Anfang unserer Reise überhaupt nicht wussten: dass es in den USA überhaupt Maut gibt, und dass fast jeder Bundesstaat sein eigenes System betreibt. Ein bisschen ähnlich wie in Deutschland, wo sich so einiges von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. (Aber immerhin nicht die Verkehrsregeln...) Was das bei einem längeren Roadtrip konkret bedeutet, erschließt sich oft erst unterwegs. Deswegen folgen hier unsere Learnings zusammengefasst.
Mautabrechnung über die Mietwagenfirma
Die einfachste Option ist, die Abrechnung dem Mietwagenunternehmen zu überlassen. Für kürzere Reisen in einem Bundesstaat ist das oft pragmatisch. Die meisten Anbieter berechnen jedoch eine Bearbeitungsgebühr. In unserem Fall 5–6 Dollar pro genutztem Tag, was sich über mehrere Wochen summiert. Dazu kommt, dass Mietwagenunternehmen gelegentlich den maximalen Mautsatz abrechnen: Fahrzeuge mit Transponder zahlen manchmal nur Cents, andere Bezahlarten gehen in den Dollarbereich.

Maut selbst bezahlen
Wer selbst zahlen möchte, stößt schnell auf das zentrale Problem: Transponder sind ohne US-Adresse nicht einfach zu kaufen, und die Systeme unterscheiden sich zwischen den Bundesstaaten erheblich.
Nordosten der USA: E-ZPass
Das E-ZPass-System deckt einen Großteil des Nordostens ab. An einigen Strecken in Richtung Landesinneren war Barzahlung noch möglich, allerdings sind diese Schalter – besonders seit 2020 – deutlich seltener geworden.
New York erlaubt Touristen die Nachzahlung der Maut online oder per Telefon. In New York, Ohio, Indiana und Illinois ließ sich im Sommer 2022 ein Transponder noch vor Ort kaufen, aufladen und direkt nutzen. In Massachusetts oder Maine funktioniert das nicht: Dort ist eine Registrierung bei einer E-ZPass-Behörde nötig, meist nur mit Termin. Wie man sich und das gemietete Auto danach wieder abmeldet, konnten wir nicht abschließend klären. Deswegen haben wir diese Option sein gelassen.
Wer im Nordosten startet, beginnt am besten in einem Bundesstaat, wo Transponder noch an Tankstellen oder Rastätten erhältlich sind und spricht vorher mit der Mietwagenfirma, ob die Anmeldung des Kennzeichens erlaubt ist. Die genaue Route lässt sich mit dem verlinkten Mautrechner prüfen; er zeigt, ob Cash-Plazas an der Strecke vorhanden sind.
Illinois: I-Pass
In Illinois ist der I-Pass zuständig. Bargeldzahlung haben wir dort nicht erlebt. Für Strecken, die sich nicht gut umfahren ließen, haben wir das System des Mietwagenanbieters genutzt.
Kalifornien: FasTrak
In Kalifornien hält sich die Mautpflicht in Grenzen. Die meisten betroffenen Strecken sind Brücken in und um die San Francisco Bay Area, darunter auch die allseits beliebte Golden Gate Bridge. Interessant ist hier, dass die Maut bei Brücken oft richtungsgebunden ist. Wer sich vorab informiert und die kostenfreie Richtung nutzt, zahlt also gar nichts. Für Einzelfahrten über mautpflichtige Strecken gibt es One-Time-Payments, die ohne Genehmigung der Mietwagenfirma funktionieren und direkt bezahlt werden können. Eine Voranmeldung lohnt sich: Hat das Fahrzeug bereits einen eigenen Transponder (z.B. PlatePass bei Hertz), wird dieser sonst automatisch aktiviert, inklusive Bearbeitungsgebühr versteht sich.
Weitere Bundesstaaten
Für Strecken jenseits dieser drei Systeme bietet der verlinkte Mautrechner eine gute erste Einschätzung zu Bezahloptionen und Kosten.

Einen komplett mautfreien Roadtrip durch die USA wird es kaum geben. Aber wer sich das System einmal erarbeitet, zahlt deutlich weniger als zuerst gedacht.

