Der Badlands Nationalpark in South Dakota ist bekannt für seine ungewöhnlichen Felsformationen, weitläufigen Prärien und eine reiche Fossiliengeschichte. Gerade letzteres klingt vielleicht etwas verstaubt und langweilig, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Landschaft, die der Badlands Nationalpark bietet, ist einmalig und auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch wenn er mit 1,5 Stunden Fahrt vom Mount Rushmore etwas abgelegener liegt und man von der Ostküste fast 1,5 Tage mit dem Auto unterwegs ist.
Was ich schon mal vorwegnehmen kann: Ich war von seiner Landschaft wirklich beeindruckt und komme gerne wieder. Vor allem auf Grund der abgelegenen Lage ist de Park relativ leer. Aber vergleichbare Muster habe ich in der Natur bisher selten gesehen.
Hier erfahrt ihr, welche Stellen ich am eindrücklichsten im Badlands Nationalpark fand, die schönsten Erlebnisse unseres Roadtrips und ich verrate euch meinen Lieblings-Fotospot im Park.
Außerdem gibt’s am Ende noch einen Zusatz-Sightseeing-Tipp außerhalb des Parks für alle Geschichtsliebhabenden.

Sightseeing im Badlands Nationalpark
Eintrittspreis
Der Badlands Nationalpark wird vom NPS gemanaged und kostet daher wie jeder andere Park auch Eintritt. Die Gebühren hängen vom Fahrzeug-Typ ab und ihr könnt sie auf der offiziellen NPS-Seite nachschlagen. Solltet ihr mehrere Nationalparks hintereinander besuchen, lohnt sich eventuell auch das Jahresticket, das für sämtliche NPS-gemanagten Parks gilt. Kommt ihr deutlich vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang, könnt ihr unserer Erfahrung nach einfach reinfahren, müsst dann aber ggf. beim Rausfahren zahlen.
Badlands Loop Road

Die Badlands Loop Road ist die einzige befestigte Straße durch den Park und erstreckt sich über 23 Meilen (37 km) von der Pinnacles Entrance im Norden bis zum Ben Reifel Visitor Center im Südosten. Entlang dieser Straße gibt es mehrere malerische Aussichtspunkte, darunter meine unten im Detail beschriebenen Highlights.
Die Route bietet wunderschöne Ausblicke auf die Badlands und das angrenzende Buffalo Gap National Grassland. Haltet eure Kamera (und falls vorhanden euer Fernglas) bereit, um die Landschaft und die vielfältige Tierwelt zu genießen.
Ihr könnt die Badlands Loop Road von der Interstate 90 Exit 110 (bei Wall) oder über den Exit 131 erreichen.
Kommt ihr aus Wall, fahrt ihr die Straße und meine persönlichen Highlights in der folgenden Reihenfolge ab:
Pinnacles Overlook
Der Pinnacles Overlook bietet direkt zum Anfang einen weiten Blick auf die charakteristischen Felsformationen und die Prärie des Badlands Nationalparks. Dieser Aussichtspunkt ist besonders beliebt für seine magischen Sonnenuntergänge, die die Landschaft in ein warmes Licht tauchen.
Auch die Sterne kann man von hier aus in einer wolkenlosen Nacht und bei relativem Neumond sehr gut sehen. 🤩 Für alle Fotografen eine klare Empfehlung für den Besuch zum Sonnenuntergang.
Conata Basin Overlook
Am Conata Basin Overlook genießt ihr ebenfalls einen schönen Blick über die Weite des Conata Basin und die umgebenden Badlands. Dieser Aussichtspunkt ist gut, um die geologischen Formationen des Parks und die vielfältige Vegetation zu bewundern. Besonders im Frühling und Sommer, wenn die Wildblumen blühen, zeigt sich die Landschaft von ihrer zauberhaftesten Seite.

Ein lohnenswerter Ort für Naturliebhabende und natürlich auch für Fotografinnen und Fotografen. Besonders zum Sonnenuntergang lassen sich hier tolle Fotos aufnehmen.
Panorama Point
Der Panorama Point bietet, wie der Name schon sagt, eine weite Panoramaaussicht über den Badlands Nationalpark. Von diesem Punkt aus könnt ihr die Weite und Vielfalt der Landschaft auf euch wirken lassen und euch ausdenken, was ihr in den schroffen Felsformationen erkennt. Wir haben hier nach einem Sonnenaufgangs-Shooting zum Frühstücken Halt gemacht und haben die Landschaft sehr genossen. Dieser Morgen gehört für mich immer noch zu den eindrücklichsten während unseres mehrwöchigen Roadtrips, weil er sich einfach und ruhig angefühlt hat.
Für die Fotografierenden unter euch: der Panorama Point ist eher für Fotos zum Sonnenaufgang geeignet.
Bigfoot Pass Overlook
Der Bigfoot Pass Overlook bietet nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch eine Picknikfläche, die sich gut für eine Pause eignet. Genießt euer Mittagessen mit einem weiten Blick über die Badlands.
Für die Fotografierenden unter euch: dieser Spot ist eher für Sonnenuntergangsfotos geeignet.
Big Badlands Overlook
Zum Abschluss kommt ihr am Big Badlands Overlook vorbei, einem der bekanntesten Aussichtspunkte im Badlands Nationalpark. Er bietet eine weite Sicht auf die erodierten Landschaften, die für die Badlands charakteristisch sind. Von hier aus könnt ihr tiefe Schluchten und die bunten Schichten der Sedimentgesteine bewundern.

Dieser Aussichtspunkt ist mein Lieblings-Fotospot im Badlands Nationalpark. Er eignet sich perfekt für ein ruhiges, frühes Sonnenaufgangs-Fotoshooting bei dem man der Welt Sedimentschicht für Sedimentschicht beim Erwachen zuschauen kann.
Sage Creek Rim Road
Die Sage Creek Rim Road ist eine Schotterstraße, die südlich des nördlichen Pinnacles Entrance beginnt und durch den Park führt. Entlang dieser Route findet ihr Highlights wie den Hay Butte Overlook, den Badlands Wilderness Overlook und Roberts Prairie Dog Town.

In dem Bereich des Parks, den ihr über diese Straße erreicht, lebt eine der größten Präriehunde-Kolonien des Parks. Hier habt ihr auch sehr gute Chancen, Bisons und vielleicht sogar den seltenen Schwarzfußiltis zu beobachten. Wir sind auf Grund der damaligen Straßenverhältnisse leider nicht durch diesen Teil des Parks gefahren. Aber wenn euer Auto Dirt-Road-fest ist, ist dieser Teil des Parks sicherlich eine Fahrt wert. Mehr Sicherheitstipps und Highlights zur Fahrt auf der Sage Creek Rim Road könnt ihr auf der NPS-Seite nachlesen.
Die South Unit des Badlands Nationalparks
Die sogenannte South Unit bietet ebenfalls beeindruckende Ausblicke und eine ruhige, abgelegene Umgebung. Allerdings führen hier keine Straßen durch die Landschaft. Das bedeutet, wenn ihr euch die Gegend genauer ansehen möchtet, könnt ihr bis zum Sheep Mountain Table fahren und müsst von da an zu Fuß weiter wandern.
Vom Auto aus könnt ihr die South Unit aus der Ferne genießen, indem ihr auf dem SD Hwy 44 nach Scenic fahrt und dann nach Süden auf den SD Hwy 27 abbiegt, um schließlich auf den BIA Hwy 2 und anschließend den BIA Hwy 41 zu gelangen. Die Fahrt sollte ungefähr eine Stunde dauern. Für mehr Informationen zu dieser Route schaut auf der verlinkten NPS-Seite vorbei.
Wandern im Badlands Nationalpark
Für Wanderbegeisterte gibt es auch zahlreiche Wanderwege im Park. Hier eine Übersicht der Wege, die ich nach den Bildern am interessantesten fand:
- The Door Trail: Ein leichter und sehr kurzer Weg, der zu einer schmalen Schlucht führt.
- Castle Trail & Medicine Root Trail: Ein längerer Weg, der beeindruckende Ausblicke und die Möglichkeit bietet, die Flora und Fauna des Parks zu erkunden.
- The Notch Trail: Ein 2,4km langer Wanderweg mit steiler Holzleiter, der eine super Aussicht auf die Badlands und das White River Valley bietet.
- Saddle Pass Trail: Ein kurzer, aber steiler Weg, der zu herrlichen Ausblicken führt.
- The Window Trail: Ein kurzer Wanderweg, der zu einem natürlichen "Fenster" in den Felsen führt.
- Cliff Shelf Nature Trail: Ein moderater Rundweg, der durch dichte Vegetation führt und spektakuläre Ausblicke bietet.
- Sheep Mountain Table Trail: Ein herausfordernder Weg, der abgelegene Teile des Parks erschließt und spektakuläre Aussichten bietet.

Wir haben es leider nur geschafft, den Notch Trail zu laufen, bevor wir weitergefahren sind.
Zusatztipp: Wall Drug Store
Wenn ihr schon im Badlands Nationalpark seid, lohnt sich ein Abstecher in die nahe Stadt Wall, denn der hier ansässige Wall Drug Store ist mehr als ein einfaches Geschäft. Er ist eine amerikanische Ikone, deren Werbe-Schilder schon hunderte Meilen im Voraus am Highway zu finden sind.
Gegründet 1931 von Ted Hustead und seiner Frau Dorothy, begann Wall Drug als kleine Apotheke in der Stadt Wall, South Dakota. Der Laden erlangte Berühmtheit, als Dorothy auf die Idee kam, kostenlose Eiswasser-Schilder entlang der Straße aufzustellen, um durstige Reisende anzulocken. Diese Marketingstrategie machte Wall Drug zu einem beliebten Zwischenstopp. Das kostenlose Eiswasser gibt es übrigens immer noch, genauso wie schwarzen Filter-Kaffee für 5 Cent.
Heute erstreckt sich der Wall Drug Store über eine Fläche von über 76.000 Quadratmetern und bietet eine Mischung aus Souvenirläden, Restaurants und kuriosen Attraktionen. Besucher können hier neben typisch amerikanischen kulinarischen Gennüssen lokale Kunstwerke kaufen oder sich an den hausgemachten Donuts erfreuen. Die historischen Ausstellungen – einschließlich einer gigantischen Dinosaurierstatue und Western-Motiven – machen Wall Drug zu einem irgendwie unvergesslichen Erlebnis.
Fazit
Der Badlands Nationalpark bietet eine einmalige Landschaft, die mir so noch nirgends anders über den Weg gelaufen ist. Ob zum Campen, Wandern oder einfach die Ausblicke von den verschiedensten Aussichtspunkten genießen, hat dieser Park für alle etwas zu bieten. Wenn ihr mehr Zeit im Park habt, schaut auch gerne bei den beliebten Aktivitäten aufgelisteten Events auf der NPS-Seite vorbei. Vielleicht habt ihr Lust auf eine Astronomie-Session mit Parkrangern oder interessiert euch für das Fossilien-Labor.
Die Nordschleife könnt ihr bequem mit dem Auto erkunden und mit kurzen Wanderungen das lange Autofahren unterbrechen. Nehmt eure Kamera auf jeden Fall mit, die Lichtstimmung im Badlands ist morgens und abends besonders. Tagsüber kommen die Farben und Formen auf Grund des harten Lichts leider nicht so zur Geltung, daher wirkt die Landschaft dann eher etwas trist und zerklüftet.

Badlands Nationalpark: Entstehung und Fakten
Für die Fakten-Liebhabenden kommen hier noch ein paar Fun-Facts zum Badlands Nationalpark, die Fragen beantworten, die ich mir beim Befahren des Nationalparks gestellt habe.
Wie entstanden die Badlands?
Die Badlands sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Prozesse, einschließlich Erosion und Sedimentation. Vor Millionen von Jahren war diese Region ein subtropisches Meer, in dem zahlreiche Meeresbewohner lebten. Heute können Besucher Fossilien von prähistorischen Kreaturen wie dem Dreizack-Antilope, dem Hyaenodon und dem riesigen Titanotylopus entdecken.
Die signifikanten Felsformationen des Badlands Nationalparks bestehen aus Schichten von Ton, Schlick, Sand und Vulkanasche, die durch Wind und Wasser geformt wurden. Diese Schichten erzählen eine Geschichte von prähistorischen Meeren, Flüssen und Vulkanen. Die verschiedenen Schichten haben ganz unterschiedliche Farben und lassen sich besonders gut im weichen Licht der Morgen- und Abenddämmerung erkennen.
Mehr Details zur Entstehung könnt ihr auch auf der offiziellen Badlands Nationalpark-Seite der NPS lesen.
Wie groß ist der Badlands Nationalpark?
Der Badlands Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von etwa 980 km² und umfasst die größte geschützte Mischgras-Prärie der Vereinigten Staaten. Der Park bietet eine faszinierende Mischung aus schroffen Felsformationen, tiefen Schluchten und weitläufigen Graslandschaften.
Welche Tiere leben im Badlands Nationalpark?
Der Park dient als Heimat für eine Vielzahl von Wildtieren, darunter Bisons, Dickhornschafe und der vom Aussterben bedrohte Schwarzfußiltis.
Wie kommt der Badlands Nationalpark zu seinem Namen?
Der Park erhielt seinen Namen von den Lakota-Indianern, die das Gebiet „mako sica“ nannten, was „schlechtes Land“ bedeutet – eine Anspielung auf das schwierige und raue Gelände.

